Der mit 5.000 Euro dotierte Copp-Preis 2019 der Deutschen Gesellschaft für Osteologie wurde dieses Jahr geteilt und an zwei gleichwertig begutachtete Arbeiten vergeben.

Dr. Julia Luther, Dr. Timur Yorgan und Dr. Tim Rolvien wurden für die Arbeit "Wnt1 is an Lrp5-independent bone-anabolic Wnt ligand" welche 2018 in Science Translational Medicine veröffentlich wurde ausgezeichnet. In der Studie wurde die hohe Prävalenz von WNT1-Mutationen bei Patienten mit Early-Onset Osteoporose gezeigt, sowie mit Hilfe eines loss-of-function-Mausmodells experimentell belegt, dass die Inaktivierung von Wnt1 spezifisch in Osteoblasten zu Osteoporose und spontanen Knochenbrüchen führt. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend, konnten die Autoren die knochenanabole Wirkung von Wnt1 bei jungen, adulten und alternden Mäusen anhand eines Mausmodells mit einem induzierbaren, Osteoblasten-spezifischen Transgen zeigen und nachweisen, dass die knochenanabole Funktion von Wnt1 keine Lrp5-Expression erfordert. Die Arbeit eröffnet damit neue potentielle Möglichkeiten für die Behandlung von Erkrankungen mit geringer Knochenmasse.

Aus Dresden wurde Dr. Ulrike Baschant für ihre Arbeit "Transferrin receptor 2 controls bone mass and pathological bone formation via BMP and Wnt signaling" ausgezeichnet (Nature Metabolism, 2019). In dieser Studie konnten gezeigt werden, dass der Transferrinrezeptor-2, der ein wesentlicher Regulator des Eisenstoffwechsels ist, auch im Knochen exprimiert wird und dort über die Regulation der BMP- und Wnt-Signalwege die Knochenhomöostase reguliert. Zudem kann die BMP-bindende Domäne des Transferrinrezeptors-2 therapeutisch eingesetzt werden um heterotope Ossifikationen zu unterbinden.

Über Harold Copp

In den 1980er Jahren hatte die Einführung des rekombinanten Lachs-Calcitonins als Medikament gegen den Knochenverlust neue Hoffnungen bei der Behandlung der Osteoporose geweckt. Um die Forschung auf diesem Gebiet zu fördern, setzte die Fa. Rorer einen mit 15.000 DM dotierten Preis aus, der durch die DGO vergeben werden sollte.
Der Preis wurde nach Prof. Harold D. Copp (1915-1998), kanadischer Wissenschaftler und Entdecker des Calcitonins, benannt.

Durch den Vorstand der DGO wurde zunächst beschlossen, den Preis alternierend für besondere Verdienste um die Forschung auf dem Calcitonin-Sektor im Wechsel mit einem Preis für besondere Verdienste auf dem gesamten osteologischen Gebiet, bevorzugt im deutschsprachigem Raum, zu vergeben. Nachdem der Preis erstmalig 1989 und 1991 vergeben wurde, zog sich die Fa. Rorer aus der Finanzierung des Preises zurück. 1993 ermöglichte eine großzügige Spende durch Prof. Keck, dass der Preis trotzdem vergeben werden konnte. Seit 1997 wurde der Copp-Preis wieder, wenn auch zunächst unregelmäßig, ausgeschrieben und wird nun aus Mitteln der DGO finanziert.
(Quelle: modifiziert aus P. Dietsch, 25 Jahre DGO)

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